Was ist ein Konfigurator?

Bei vielen Produkten ist es sinnvoll, sie in verschiedenen Varianten und mit unterschiedlichen Ausstattungen anzubieten, und somit dem Käufer die Möglichkeit zu geben, sich seine favorisierte Version selbst zusammenzustellen. Dabei spricht man auch vom Konfigurieren. Die dazu notwendige Softwarelösung bezeichnet man folgerichtig als Konfigurator.

Am bekanntesten sind Konfiguratoren aus dem Automobilbereich, welche auf den Webseiten der großen Automobilhersteller zum Einsatz kommen. An diesem Beispiel lässt sich auch die Funktionsweise des Konfigurators am besten erklären. Im KFZ-Bereich besteht die Softwarelösung aus mehreren Ebenen. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, zunächst die Karosserie und das gesamte Außendesign des Fahrzeugs zu konfigurieren. Dazu zählen die Karosserieform (Limousine, Kombi, Coupé), die Farbe, Schiebe- und Faltdächer, sportliche Anbauteile, Räder usw. In der nächsten Ebene ist das Innendesign an der Reihe. Hier kann der Interessent zwischen verschiedenen Ausstattungsvarianten wählen, u. a. Stoff- oder Lederpolster, verschiedene Farben für das Armaturenbrett, den Teppich oder die Türverkleidungen. Dazu kommen Wahlmöglichkeiten für Klimaanlage, Sitzheizung, Navigationssystem etc.

In der folgenden Ebene geht es weiter mit der Motorisierung: Benziner oder Diesel, dazu ein Schaltgetriebe oder doch lieber die Automatik mit sieben Stufen? All seine Wünsche gibt der (zukünftige) Kunde ganz einfach in den Konfigurator ein.

Die Softwarelösung ermöglicht es also nicht nur vordefinierte Pakete auszuwählen, sondern erlaubt dem Nutzer auch das Auswählen und Zusammenstellen einzelner Komponenten. Im Konfigurator wird dann alles zu einem fertigen Ganzen zusammengesetzt – wie in einem Baukasten, den wir noch aus unserer Kindheit kennen.

Der Kunde genießt durch den Einsatz eines Konfigurators also die größtmögliche Flexibilität. Er ist nicht darauf angewiesen, ein vorgefertigtes Produkt von der Stange zu kaufen, sondern kann das Produkt auf seine Wünsche und Anforderungen abstimmen. Und das ist in einer Welt, die immer vielschichtiger und komplexer wird, enorm wichtig. Gab es früher beispielsweise bei TV-Geräten nur wenige Funktionen wie Ein/Aus, Laut/Leise usw. zur Auswahl, gleicht ein moderner Flachbildfernseher einem Computer – Internet, Videotext, virtuelles TV-Programm und viel mehr.

Nicht jeder Mensch möchte mit einem solchen Sammelsurium an Technik-Features „erschlagen“ werden. Langsam wandelt sich der Trend hin zu einer schlanken, sinnvollen Ausstattung. Apple lässt grüßen! Dennoch werden die Unternehmen in Zukunft lieber dem Kunden die Wahl lassen, in welchem Umfang er seine Geräte, Fahrzeuge, Möbel usw. ausgestattet haben möchte. Und genau jene Unternehmen, die sich diesbezüglich am meisten um den Kunden bemühen, werden in Zukunft die Nase in der Wirtschaft vorn haben.


Produktkonfiguratoren im Internet

Das Medium Internet hat in den letzten fast 20 Jahren unser gesamtes Leben verändert. Zunächst als reiner Informationskanal gestartet, in dem nur als „Freaks“ belächelte Leute unterwegs waren, wurde es im Laufe der Jahre zum Massenmedium.

Ein großer Schub kam im Rahmen der Wandlung zum Web 2.0, dem interaktiven Internet. Plötzlich war es möglich, aktiv in das Geschehen einzugreifen und bei vielen Dingen mitzumachen - der Mensch bekam Einfluss darauf, was im Netz vor sich ging. Er durfte Inhalte aktiv mitgestalten, sich mit anderen Menschen im Internet austauschen und sich somit als Teil einer großen, vernetzen Welt fühlen.

Und heute? Heute ist das alles für uns selbstverständlich. Wir nutzen das Internet jeden Tag, zum Recherchieren, zum Spielen und Entspannen, zum Arbeiten und zur Kommunikation mit anderen Menschen. Und nicht zu vergessen – natürlich auch zu Einkaufen. Es hat innerhalb der letzten Jahre eine regelrechte Revolution im Handel stattgefunden, in deren Verlauf der stationäre Einzelhandel, insbesondere in kleineren Städten und auf dem Land, zunehmend an Bedeutung verliert. Schließlich kauft es sich im Internet viel schneller und bequemer ein!

Dazu tragen auch die sogenannten Produktkonfiguratoren ihren Teil bei. Sie ermöglichen es dem Nutzer, aus einem Pool von einzelnen Produktbestandteilen seine ganz persönliche Ausführung „zusammenzubauen“. Er wählt also einzelne Komponenten aus, die der Konfigurator dann zusammensetzt. Anschließend wird ihm das Produkt präsentiert und er kann es sofort bestellen.

Es sind die (fast) grenzenlosen Möglichkeiten im Netz, die den Einsatz von Produktkonfiguratoren erst möglich und sinnvoll machen. Mittlerweile ist die Technik so ausgefeilt, dass der Nutzer seine Kreation aus allen möglichen Perspektiven betrachten, Farben wechseln oder Größen verändern kann. Schöne neue Welt!

Damit das alles funktioniert, sind einige technische Voraussetzungen vonnöten. Um mit allen gängigen Browsern kompatibel zu sein, sollte der Produktkonfigurator auf HTML, JavaScript und CSS basieren. Mit einer modernen Client-Server-Lösung eröffnet sich zudem die Möglichkeit, dem aktuellen Trend zum mobilen Browsen zu folgen und den Konfigurator so auch für Smartphone- und Tablet-Nutzer zugänglich zu machen.

Durch den Einsatz von PHP und MySQL erhält der Produktkonfigurator zudem ein leistungsfähiges und bequem zu bedienendes Backend, von dem aus alle Produkte und Einstellungen verwaltet werden können. Dabei bleiben die Stammdaten für sämtliche Konfigurationen gleich, was deren Pflege deutlich vereinfacht. Mit dem Einsatz von SQL-Datenbanken reicht eine Datenbank für alle Konfigurationsmöglichkeiten aus – das System bleibt schlank und leicht zu warten. Dank der API-Schnittstelle kann die Anbindung an diverse Warenwirtschaftssysteme erfolgen, mit denen der gesamte Angebots- und Verkaufsprozess stark vereinfacht wird.


Welche Vorteile bietet ein Produktkonfigurator dem Unternehmen?

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Vorteile, die sich durch den Einsatz eines Produktkonfigurators auf der Unternehmenswebseite im Internet ergeben. Und das nicht nur für den Kunden, sondern auch für das Unternehmen selbst. Wir haben die wichtigsten dieser Vorteile einmal zusammengetragen:

Personalkosten. Mithilfe des Produktkonfigurators sind neue Mitarbeiter viel schneller dazu in der Lage, sich in die Produktpalette des Unternehmens einzuarbeiten. Somit können diese auch schneller für produktive und gewinnbringende Aufgaben in der Firma abgestellt werden, was dem Unternehmen erhebliche finanzielle Ressourcen einspart.

Reduzierter Support-Aufwand. Kann der Kunde sein gewünschtes Produkt von A-Z selbst konfigurieren, werden sich die Supportanfragen um einen beträchtlichen Wert verringern. Dazu kann der Konfigurator mit einer interaktiven und leistungsfähigen Hilfefunktion versehen werden. Der größte Teil der evtl. entstehenden Fragen wird so schon im Prozess der Konfiguration automatisch beantwortet. Ein minimaler personeller Aufwand für den Support ist die Folge.

Optimierung der Performance im Vertrieb. Nicht nur beim Support spart der Einsatz eines Produktkonfigurators Zeit, sondern auch im Vertrieb. Die Durchlaufzeiten verkürzen sich, ebenso die Angebotserstellung und der gesamte Bestellprozess.

Herstellung von Produkten. Der Konfigurator bietet – trotz Mehraufwand auf den ersten Blick – die Möglichkeit, die Herstellungsvorgänge effektiv zu verkürzen. Dazu muss lediglich sichergestellt sein, dass alle Produktkonstellationen einmalig entsprechend vorkonfiguriert werden.

Größere Produktauswahl – größere Zielgruppe. Unternehmen mit einer bislang eher schmalen Produktpalette können durch den Einsatz eines Konfigurators dafür sorgen, durch die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten eine wesentlich größere Zielgruppe mit ihren Produkten anzusprechen. Interessenten, denen ein Produkt bislang aufgrund einzelner Details nicht gefiel, können sich dieses nun in der gewünschten Konfiguration zusammenstellen und werden somit zu potentiellen Kunden.

Aufwertung des Unternehmensimage. Noch sind Konfiguratoren im Internet längst nicht auf jeder Unternehmenswebseite zu finden. Durch den zeitnahen Einsatz können findige Unternehmer somit das Image ihrer Firma bzw. Marke deutlich aufwerten. Unternehmen mit modernster Technik im Netz gelten als kundenfreundlich und innovativ.

Geringe Reklamationsrate – große Kundenzufriedenheit. Wenn sich der Kunde sein Wunschprodukt selbst zusammenstellen kann, steigt naturgemäß seine Zufriedenheit mit der Ware. Er bekommt quasi das Gefühl, an seinem Produkt selbst mitgearbeitet zu haben. Und etwas, dass man in Eigenregie mit „erschaffen“ hat, gibt man folglich auch nicht gerne zurück. Studien zeigen: Produkte, die mit einem Konfigurator erstellt wurden, weisen eine wesentlich geringere Reklamationsrate auf. Das spart dem Unternehmen personelle Ressourcen und entsprechende Kosten.

Fazit. Angesichts der vielfältigen Vorteile kann sich der Einsatz eines Produktkonfigurators schon nach kurzer Zeit amortisieren – er trägt dazu bei, finanzielle und personelle Ressourcen einzusparen und sorgt für größere Kundenzufriedenheit.


In welchen Bereichen ist der Einsatz von Produktkonfiguratoren sinnvoll?

Sie konnten dieser Seite bereits das Beispiel für den Einsatz von Konfiguratoren im Automobilbereich entnehmen. Hier können sie optimal eingesetzt werden, da jedes Automobil heutzutage ein hochindividualisiertes Produkt darstellt, das sich der Käufer ganz nach seinen Wünschen maßschneidert. Doch es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Bereiche, in denen diese Softwarelösungen sinnvoll eingesetzt werden können. Hier einige Beispiele:

Versicherungen & Finanzen. Neben den großen Automobilherstellern waren Unternehmen aus den Bereichen Versicherungen und Finanzen bei den Ersten, die Konfiguratoren im Internet einsetzten. Kein Wunder: Kaum ein anderes Produkt ist so vielseitig individualisierbar wie eine Versicherung, ein Sparvertag oder ein anderes Finanzprodukt. Der Interessent kann sich hier nach Eingabe seiner Wünsche und Bedürfnisse ein individuelles Angebot erstellen lassen, das er dann auch gleich beim jeweiligen Unternehmen abschließen kann. Es ergibt sich eine Win-Win-Situation – der Kunde erhält genau das Produkt, welches am besten zu ihm passt, das Unternehmen spart Ressourcen für Beratungsleistungen ein und erzielt obendrein in der Regel mehr Abschlüsse. Eine perfekte Lösung!

Immobilien. Die größte Investition im Leben eines Menschen ist fast immer die eigene Immobilie. Da versteht es sich von selbst, dass dieses Objekt optimal auf die Vorstellungen und Bedürfnisse des Bauherrn oder Käufers zugeschnitten sein muss. Durch den Einsatz eines Konfigurators sparen der Immobilienmakler oder das Bauunternehmen erhebliche Ressourcen für Beratungsleistungen ein. Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden kann also an einem Punkt beginnen, der bereits kurz vor einem Vertragsabschluss liegt.

Auch beim Verkauf von Anbauten und Nebengebäuden zu Immobilien wie etwa Garagen, Carports, Wintergärten, Markisen usw. ist der Einsatz von Konfiguratoren sinnvoll. Diese Produkte müssen meist an die vorhandenen Gegebenheiten angepasst werden. Der Kunde kann die entsprechenden Daten in den Konfigurator eingeben und erledigt so einen wichtigen Teil der Planungsarbeit quasi von selbst.

Maschinen / Industrieanlagen. Beim Verkauf von B2B-Produkten, zu denen beispielsweise Maschinen und Industrieanlagen gehören, ist der Einsatz eines Konfigurators in vielen Fällen sinnvoll. Auch hier dient die Softwarelösung wieder vor allem dazu, den Prozess der Angebotserstellung und Beratung zu verkürzen. Allerdings sind Industrieanlagen teilweise so komplex, dass selbst der fortschrittlichste Konfigurator für die zur Verfügung stehenden Produktvarianten unterdimensioniert ist.

Sonstige Konsumgüter – ein Ausblick auf die Zukunft. Es gibt eine ganze Reihe von Konsumgütern, für die zwar heute noch nicht in großem Umfang Konfiguratoren eingesetzt werden, dies aber schon in naher Zukunft alltäglich sein könnte. Dabei handelt es sich z. B. um Bekleidung, bei der der Trend zur Individualisierung bereits seit längerer Zeit beobachtet werden kann. Aber auch Möbel, Sportgeräte und vieles mehr könnten in absehbarer Zeit durch einen Konfigurator individualisiert werden.


Was sollte ein guter Konfigurator können?

Die Idee, einen Konfigurator für die unternehmenseigenen Produkte einzusetzen, ist innovativ und kundenfreundlich. Die Umsetzung kann jedoch immer nur so gut sein, wie die Leistungsfähigkeit des Konfigurators. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was ein guter Konfigurator können sollte.

Schaut man sich moderne Konfigurator-Lösungen an, so beeindrucken vor allem deren technische Fähigkeiten und die Vielfalt der Einstellmöglichkeiten. Der Nutzer kann das Produkt nicht nur aus vorgegeben Komponenten zusammenstellen, sondern auch aus allen denkbaren Perspektiven betrachten, inkl. Lupenfunktion, Dreh- und Kippmöglichkeit und vieles mehr.

Ob man all diese Features wirklich benötigt, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt von der Art des Produktes ab, bzw. von dessen Komplexität. Bei Produkten, die vor allem aufgrund der Optik gekauft werden, muss der Konfigurator möglichst viele Darstellungs- und Ansichtsebenen bieten, während bei sehr variantenreichen Produkten, bei denen der Fokus eher auf der Technik liegt, eine ausgeklügelte Benutzerführung und fundierte Hilfefunktionen am wichtigsten sind.

Apropos Benutzerführung: Der beste Konfigurator nützt nichts, wenn der Nutzer sich damit überfordert fühlt und er quasi von der Funktionsvielfalt erschlagen wird. Die Usability, das neudeutsche Wort für Bedienungsfreundlichkeit, muss also immer an erster Stelle stehen. Zu bedenken ist diesem Zusammenhang auch, dass zunehmend ältere Menschen das Internet nutzen, und diese oft noch keine Erfahrung mit solchen Softwarelösungen haben. Gute Produktkonfiguratoren halten einen virtuellen Assistenten bereit, der den Nutzer durch den gesamten Prozess der Produkterstellung führt und ihm bei jedem Zwischenschritt entsprechende Hilfen anbietet.

Bei allem Ausstattungsumfang und einer optimalen Bedienung muss jedoch auch die technische Konfiguration der Softwarelösung unbedingt gegeben sein. Super-GAU: Der Kunde konfiguriert ein Produkt, das er anschließend nicht in der gewünschten Form herstellen lassen bzw. bestellen kann. Diesen Kunden hat das Unternehmen ganz sicher verloren. Die technische und inhaltliche Korrektheit eines Konfigurators ist daher enorm wichtig. Dazu gehört auch, dass der Preis sich mit fortlaufender Konfiguration automatisch erhöht oder senkt, in der Fachsprache als „on the fly“ bezeichnet.

Die optische Gestaltung des Konfigurators sollte möglichst schlicht, aber ansprechend sein. Das Layout darf nicht vom Produkt selbst ablenken. Optimal sind sogenannte „White Label Lösungen“, die sich hinsichtlich ihres Designs an die vorhandene Webseite bzw. den Onlineshop anpassen lassen. Somit ist hinterher nicht mehr erkennbar, dass es sich hierbei um eine Softwarelösung handelt, welche nachträglich in die Seite integriert wurde.

Zu guter Letzt sollte auch die Bedienung des Backend so einfach wie möglich gehalten werden. Wir erinnern uns: Durch den Einsatz eines Produktkonfigurators können erhebliche Ressourcen an Zeit und Personal eingespart werden – allerdings nur dann, wenn das Backend weitgehend selbsterklärend und somit leicht bedienbar ist.